Dissoziation und Stimmverlust
Shownotes
⚠️ WICHTIGE TRIGGERWARNUNG ⚠️ Wir sprechen in dieser Episode über psychische Ausnahmezustände im privaten Raum und den totalen Verlust der eigenen Stimme. Achte beim Hören gut auf deine eigenen Grenzen und deine aktuelle Belastbarkeit.
Heute schließen wir unsere Reihe rund um das Nervensystem ab. Zuerst schauen wir uns ganz konkret das private Umfeld an. Wie kannst du reagieren, wenn jemand in deiner Gegenwart dissoziiert? Wir besprechen einfache Hilfen für den Akutfall. Danach räumen wir ein riesiges Missverständnis in der Fachwelt auf. Wir klären, warum die Diagnose psychogen immer eine reine Ausschlussdiagnose sein muss, warum dieser Stempel statistisch viel häufiger Frauen trifft und welche unentdeckten körperlichen Krankheiten sich in Wirklichkeit hinter dem Stimmverlust verbergen können.
Viele neue Erkenntnisse beim Hören! Michael
ℹ️ Wichtige Hilfsangebote & Anlaufstellen ℹ️
Wenn dich die Themen dieser Folge belasten oder du akute Unterstützung suchst, wende dich bitte an professionelle Stellen:
Ärztlicher Bereitschaftsdienst (Deutschland) Telefon 116 117 TelefonSeelsorge (Deutschland) Telefon 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos und rund um die Uhr erreichbar) Info-Telefon Depression Telefon 0800 33 44 533 Bei akuten psychischen Krisen oder Notfällen wende dich bitte an die nächste psychiatrische Klinik oder den Notruf unter der Nummer 112.
KONTAKT & SUPPORT (MICHAEL HELBING)
Hier geht es zu meiner Website: https://michaelhelbing.de
Coaching & Auftrittscoaching: https://michaelhelbing.de/coaching/
Fortbildungen & Termine: https://michaelhelbing.de/termine/
SOCIAL MEDIA
INSTAGRAM https://www.instagram.com/stimmkontor/ LINKEDIN https://www.linkedin.com/in/michael-helbing-7a3b55b3/
PRODUKTION Daniel Salinger https://danielsalinger.de/impressum/
Diese Folge enthält keine bezahlte Werbung.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ein Hallo an euch da draußen.
00:00:03: Schön, dass ihr wieder am Start seid hier bei Stimmkontor ungefäht habt!
00:00:08: Ich habe es fast geschafft jede Woche in diesem halben Jahr eine Folge ungefädert rauszuhauen.
00:00:15: Ja aber die letzten Wochen waren ganz schön heftig.
00:00:19: Deswegen musstet ihr so ein bisschen darauf warten das die heutige Folge kommt.
00:00:23: und jetzt bin ich kurz vor meinem Urlaub zeichne das Ganze auch nicht mit meinem Podcast Mikrofon auf sondern bin gerade zwischen Koffern, weil die letzten Wochen einfach so heftig waren.
00:00:35: Also ich bin ja immer wieder beeindruckt von KollegInnen Die Social Media Podcast und so weiter alles unter Einhut bringen und Fortbildungen und Patientinnen.
00:00:46: Ich muss sagen, ich habe einfach in den letzten Wochen so viel los zu tun gehabt.
00:00:52: Wir hatten Chorfreizeit, Chorkonzert Dann hatte ich ganz viele Kurse und auch Patient in einem halbjahres Abschluss, Team Tage.
00:01:04: Ja... Und da ist so die Folge ein bisschen in den Hintergrund gerückt.
00:01:08: Ich hoffe es ist okay!
00:01:11: Es ist natürlich trotzdem schön wenn ihr heute zugehört und was lernen könnt.
00:01:17: Aber so ist das Leben nun mal und sagen immer wieder viele Kollegen, Mensch Micha wie schaffst du das alles?
00:01:25: Zeitmanagement.
00:01:26: Unser Podcast ist natürlich nicht die absolute Privo I, aber er kommt.
00:01:32: Er kommt immer eines Tages und somit auch heute unsere letzte Folge hier zu der Reihe Traumachronischen Stress- und Extremenschutzreaktion unseres Nervensystems ist auch gleichzeitig die letzte Folge für das erste Halbjahr.
00:01:50: Die nächste Folge kommt dann erst wieder im August.
00:01:53: könnt ihr euch schon drauf freuen, aber ich verabschiege mich dann auch in den Urlaub.
00:01:57: Morgen geht es dann schon los!
00:02:02: In den letzten Folgen haben wir besprochen was erstmal Trauma bedeutet?
00:02:08: Was eine akute Dissolation im Körper macht?
00:02:12: Wir wissen jetzt zum Beispiel warum unser Kirin in extremen Situationen eine Art Not-Ausschalter drückt und heute wollen wir ein bisschen darüber sprechen.
00:02:21: Was kann ich eigentlich machen wenn eine Person meinem Umfeld so eine Dissoziation hat, nicht als therapeutischen Impuls.
00:02:29: Sondern wie gehe ich eigentlich im privaten Umfeld damit um?
00:02:33: Und ich möchte noch ein bisschen über psychogene dysphonie und Afonies sprechen, um das ein bisschen zu differenzieren.
00:02:40: Aber bevor wir loslegen auch hier wieder eine Trägerwarnung!
00:02:46: Ich spreche heute hier über eine akute psychische Ausnahmesituation, Dissoziation gerade auch in privaten Und im Rahmen der psychologischen Dysphonie und Apophonie um den Verlust der eigenen Stimme, im Rahmen einer Trauma-Folgeerkrankung.
00:03:02: Wenn du bemerkst dass dich diese Themen aktuell belasten oder überfordern dann überspringen diese Folge bitte und hör sie an wenn du dich in einem Zustand befindest wo du das besser umsetzen kannst oder höre einfach andere Folgen die dann praktisch keine Trägerung bei dir auslösen können.
00:03:25: Dein Wohlbefinden und deine Grenzen, die stehen immer an erster Stelle Und das ist auch für mich ganz wichtig.
00:03:32: Jetzt legen wir aber los.
00:03:33: ich hoffe du hast einen Kaffee im Tee oder ein tasser kalte Schokolade oder heißt Schokoladie nachdem was du brauchst.
00:03:41: Wir legen los.
00:03:43: Stell dir vor du sitzt jetzt mit diesem Kaffe oder diesen Getränk auf dem Sofa und bist mit einer anderen Person zusammen und mitten im Gespräch sagt dann gegenüber weg.
00:03:54: Der Blick wird vielleicht starr, die Person reagiert nicht mehr auf deine Ansprache, deint durch dich durch zu starren und wirkt von außen wie in einer Situation gefangen.
00:04:06: Aparthisch.
00:04:08: vielleicht reagiert die Person noch am Anfang und dann irgendwann ist so ein transparenter Blick wahrnehmbar.
00:04:16: Das löst ganz oft bei uns um dem Umfeld Hilflosigkeit und Panik aus.
00:04:24: Wenn jemand in unserem privaten Umfeld dissoziiert, müssen wir ein paar Regeln einhalten.
00:04:31: Und die allererste und wichtigste Regel für dich bedeutet bleib ruhig!
00:04:36: Gehe bitte auf emotionale Distanz!
00:04:38: Wenn jemand dissoziert, dann befindet sich das Nervensystem deines Gegenübers in einem absoluten Überlebensmodus.
00:04:48: Wenn du jetzt selbst in Panik gewälzt, lautwürst oder hektisch agierst, signalisiert dein Körper dem anderen nur noch mehr Bedrohung.
00:05:00: Deine eigene Ruhe in diesem Moment ist ein ganz ganz wichtiger Zustand wie einen kleinen Anker der dem gegenüber schon helfen kann.
00:05:10: Verstehe dass eine distizierende Person dich nicht ignoriert und unhöflich ist.
00:05:17: Das logische Gehirn ist gerade komplett heruntergefahren.
00:05:21: Es bringt also überhaupt gar nichts, Wüten zu werden.
00:05:23: Die Person zu schütteln oder Sätze zu sagen wie ich es mal zuhör auf.
00:05:27: damit fange stattdessen mit einer klaren sanften und vor allem konstanten verbalen Begleitung an.
00:05:36: Ich brich mit ruhiger Stimme und benenne ganz sachlich die Realität im Hier-und-Jetzt sagt zum Beispiel du bist hier im Wohnzimmer das ist das Jahr Ich bin hier, du bist in Sicherheit.
00:05:53: Dir passiert nichts!
00:05:56: Wiederhole diese Sätze ruhig mehrmals wie ein beruhigendes Band.
00:06:01: Man kann auch Dinge erzählen über die man sich gerade unterhalten hat Was heute passiert ist was man gemeinsam erlebt hat.
00:06:11: Fasse die Person niemals ungefragt oder plötzlich an.
00:06:15: Im Zustand der Dissoziation oder eines Flashbacks kann eine gut gemeinte Berührung an der Schulter als akuter körperlicher Angriff interpretiert werden, was zu einer massiven Flucht- oder Kampfreaktion führen kann.
00:06:29: Wenn du berühren möchtest Frage vorher ganz explizit darf ich deine Hand halten?
00:06:34: Vielleicht hast Du Dich auch mit der Person vorhin schon darüber unterhalten.
00:06:37: vielleicht hat sie Dir gegenüber geäußert dass ihr die so ziehen kann und dann auch dir erklärt das es hilft wenn Du sie nicht anfasst oder dass Du sie anfasst.
00:06:50: Wenn jetzt du das aber nicht weißt und auf die Frage, ob du die Hand halten darfst keine Antwort kommt dann bleibt die Hand weg.
00:06:57: Reduziere stattdessen sofort alle Reize im Raum, schalte den lauten Fernseher aus, dimme vielleicht Trelles Licht und bitte unbeteiligte Person aus dem Zimmer.
00:07:07: Je weniger das überlastete Gehirn verarbeiten muss desto eher kann es herunterfahren.
00:07:13: Nutze einfache sensorische Reize aus dem Alltag um das Nervensystem wieder hier im Jetzt zu verankern.
00:07:20: Vielleicht ein glaskaltes Wasser anbieten, vielleicht einen Eiswürfel reichen oder wenn die Person das vorher auch geklärt hat.
00:07:31: Hat sie vielleicht ein Notfallbeck mit einem stark wiechenden Pfefferminsöl oder etwas anderem dabei?
00:07:42: Achte auch auf deiner eigene Atmung!
00:07:44: Atme ganz bewusst langsam und tief ein- und aus.
00:07:49: Da wir Menschen zur Korrigulation neigen, kann sich das hochgefahrene Nervensystem deines Gegenübers manchmal unbewusst an Deiner Ruhe orientieren.
00:07:59: Ohne dass Du die Person dafür aktiv auffordern musst!
00:08:04: Wichtig für Dich haltet den Fokus stets im Hier und Jetzt.
00:08:08: Frage nie nach dem Navarum oder nach Gefühlen oder Details von vergangenen Erlebnissen auch nicht nach der dissoziativen Episode.
00:08:18: Das würde das System nur noch tiefer in einen Strudel reißen oder wieder Retraumatisierung auslösen.
00:08:24: Akzeptiere die eigenen Grenzen, du bist in diesem Moment hier kein Therapeut und du musst es zur Grunde legende Problem nicht lösen auch an alle Kolleginnen außer Logopädie oder aus der Physiotherapie.
00:08:36: Auch das ist nicht eure Aufgabe.
00:08:37: Das wäre dann die Aufgabe von traumat therapeutischen Fachkräften Psychotherapeutinnen.
00:08:43: solche Fragen zu klären.
00:08:45: Das ist nicht eure Aufgabe auch nicht, wenn die Person jetzt bei euch in Ergo-Füße oder Logopädie ist.
00:08:52: Deine einzige Aufgabe ist es stabile realitätsorientierende Personen zu sein bis der Schutzreflex abklingt.
00:09:02: Wenn diese Erstarung über Stunden anhält, die Person überhaupt nicht mehr ansprechbar ist Oder eine handfeste Gefährdung existiert dann braucht man natürlich professionelle Hilfe Eine ärztlichen Bereitschaftsdienst Rettungsdienst.
00:09:15: Ruf hier bitte die F-Sex, F-Seven oder den Notruf an.
00:09:21: Letzteren natürlich nur in akut Notsituationen.
00:09:25: Wenn so eine dissoziative Episode entsteht muss es ja nicht gleich sehr lang andauern.
00:09:31: wenn du aber unsicher bist ruft die f-sechs, f sieben oder dann den notruf An.
00:09:38: Du musst es und du solltest solche extremen Situationen natürlich nicht alleine durchstehen.
00:09:48: Ganz schön heftig Aber ich hoffe es hilft dir weiter.
00:09:50: Ich hoffe es zeigt doch so ein bisschen auf, dass wir orientierend sind.
00:09:57: Aber das wenn ich therapierend bin auch wenn wir vielleicht die Person als Patientin in der Logo-Berieber uns haben.
00:10:07: und das fügt mich zu unserem zweiten Teil.
00:10:14: Solche dissoziativen Zustände gibt es natürlich nicht nur für die Orientierung, für den Körper sondern auch für die Stimme.
00:10:25: Psychogene dysphonien und Afonien existieren.
00:10:29: Sie sind jetzt nicht so arg häufig wie beispielsweise funktionelle dysfonien, aber sie kommen doch schon vor und manchmal auch mehr als man denkt.
00:10:42: Hier muss man nur halt klar differenzieren.
00:10:46: Es gibt ja verschiedene Arbeitsgruppen die sich damit beschäftigt haben.
00:10:49: Ich fokussiere mich heute auf die psychogenes und afonien im Rahmen von Traumavollgestörung.
00:10:55: Es gibt natürlich dann noch Schattierungen.
00:10:58: Ganz, ganz wichtig bei jeder Stimmstörung ist die Persönlichkeit mit dabei.
00:11:03: Das heißt wenn ich eine Stimmlippenlärmung habe was ja eine neurologische Stimmsstörung ist also eine Formel des Atrophonies Dann macht das natürlich etwas mit mir.
00:11:14: Also wenn meine Kommunikationsfähigkeit durch einen Schlaganfall durch eine chronische Erkrankung oder durch eine Operation und damit eine Stimmlippennämmung eingeschränkt wird dann kann es passieren, dass ich davon im Rahmen der Verarbeitung auch eine depressive Episode bekomme oder andere Dinge erlebe.
00:11:36: Und funktionelle Dysphonien haben natürlich immer auch ein emotionaler Komponente wenn beispielsweise Überlastungen dabei sind Wenn manchmal auch so Lebensthemen und Lebenskrisen mit dabei sind.
00:11:51: Ganz wichtig ist hier aber, sauber zu trennen.
00:11:53: Eine funktionelle Dysphonie bleibt eine funktionielle Dysphonie.
00:11:56: Das ist jetzt nicht eine psychogene Dysfonie geworden.
00:12:00: oder wenn wir keine Antwort haben woher eine Lähmung kommt dann ist das nicht gleich eine psychogene Dysundaphonie.
00:12:07: Da gibt es immer gerne mal so Mischformen.
00:12:09: Das muss man einfach sehr klartig diagnostizieren und mein Credo ist immer bevor ich Das Wort psychologene Dysphonie in den Mund nehme, habe ich alles andere abgeprüft.
00:12:19: Also hab' ich im Befunde vorliegen, aber wirklich geschaut gibt es hormonelle, gibt es rheumatische Erkrankungen?
00:12:26: Gibt das vielleicht neurogene Faktoren die wir nicht berücksichtigen?
00:12:31: Ist ja doch ein Üde, haben wir eine Stimmlippen-Varize oder eine Atrophie?
00:12:41: ist auch nicht so selten, dass sowas auftreten kann.
00:12:45: Deswegen Befundene sind einfach sehr wichtig.
00:12:48: Natürlich ist immer meine Persönlichkeit bei der Stimme dabei.
00:12:55: Man muss aber halt immer gucken was es mit Ursächlich dabei?
00:12:58: Wenn wir eine funktionelle Stimmstörung haben, sagen wir mal eine Hyperfunktion oder die man in so ein Regelkreis von Hyperfunctionen einordnen könnte.
00:13:11: Dann kann natürlich auch eine große Komponente sein, dass die Person vielleicht sehr viel Stress am Arbeitsplatz hat und es sehr große Probleme hat zu schlafen.
00:13:19: Das ist aber dann nicht unbedingt gleich eine psychogene Dysphonie sondern einfach nur der System ist einfach da eine große Komponente, die nach Regulationen die Regulation bedarf.
00:13:32: Da würde man aber auch noch nicht medizinisch gesehen den Begriff Trauma ausholen und den Begriff der Soziation.
00:13:41: Ein großes Problem, was ich einfach erlebe ist das immer wieder Menschen vor allem biologisch-weibliche Menschen mit so einer Ethikthierung Psychogen versehen werden wenn gewisse Fragen nicht beantwortet werden können beispielsweise wenn es unklare Entwicklungsverläufe gibt.
00:14:01: Das finde ich immer sehr unsauber weil dahinter können noch andere Erkrankungen stecken.
00:14:09: Der Begriff Psychogen, der ist natürlich... Man macht sich manche KollegInnen das ein bisschen einfach anstatt genau zu arbeiten.
00:14:20: Warum?
00:14:20: Was meine ich damit?
00:14:22: Ich mein damit dass Psychogen gerne genutzt wird gerade auch bei biologisch weiblichen Personen wenn dann schnell der Eindruck vermittelt wird aber wir können uns das nicht erklären und vielleicht hat die Person auch Stress Und dann wird das gerne mal schnell rausgeholt.
00:14:45: Aber wurde auch ordentlich untersucht, ist immer mein Hintergedanke hat man wirklich alle Faktoren mal abgeprüft?
00:14:52: und Psychogen da bedarf es gewisser Gesetzemäßigkeiten über die ich auch gerne sprechen möchte.
00:15:01: Wenn wir uns nämlich die offizielle medizinische Definition anschauen, wird der Geute psychogen lediglich dass die primäre Ursache eines Symptoms in psychischen Prozessen liegt.
00:15:12: Ohne ohne das ist eine strukturelle oder funktionelle Lesion im Sinne einer organisch fassbaren Pratologie vorliegt.
00:15:21: Eine psychologische dysaphonie ist demnach eine dissoziative Reaktion, beispielsweise auf ein traumatisierendes Ereignis bei der die Stimme versagt obwohl die Stimmlippen beweglich und organisch gesund sind.
00:15:33: Das muss man halt abprüfen!
00:15:35: Sind sie wirklich gesund?
00:15:36: Ist alles überprüft worden?
00:15:38: Muss natürlich auch überprüfen werden ob die Hormone hier... vielleicht eine Dysbalance erleben, ob es vielleicht eine Fundationsverdigung gibt die man vielleicht nur sieht wenn die Stimmlippe in einem gewissen Winkel endoskopiert wird oder was gerne mal passiert ist dass man Postikus-Lähmungen übersieht.
00:16:01: Oder das Züsten die unterhalb des Stimmbandes liegen überseht werden übersehen werden.
00:16:06: Oder es gar nicht endoskopiert wird oder das nur kurz endoskopiert wird, also ich finde man musste einfach sehr genau sein auch in der Anamnese sehr genau seien.
00:16:16: und wann ist es aufgetreten?
00:16:17: In welchen Verhältnisse ist es aufgetreten?
00:16:19: Man darf nie vergessen Es kann neben einer Neurogenenstörung oder einer organischen Stimmstörung auch immer parallel eine Lebenskrise existieren ohne dass die beiden miteinander zu tun haben.
00:16:39: Genau Besonders fatal ist, dass diese Zuschreibungen im medizinischen System statistisch signifikant häufiger biologische Frauen treffen und direkt auf das alte Stigma der hysterischen Frau zurückgreifen.
00:16:53: Wenn eine Frau mit Stimmverlust kommt heißt es dann, dass es stressbedingt psychisch bedingt und wir erleben es ja nicht nur in diesem Bereich, dass biologischer Frauen selbst in Notambulanzen signifikant häufiger diesen Verdacht psychogen erhalten im Verhältnis zu biologischen Männern.
00:17:15: Ich hatte ja schon mal über diese Gender Health Gap gesprochen, es ist immer noch ein großes Problem.
00:17:23: Hinter einer Stimmstörung kann eine enorme Bandbreite stecken hat ich ja schon gesagt und das muss man einfach abprüfen.
00:17:33: Ich habe in meiner Praxis schon erlebt, dass Patientinnen mit ALS-Sarcoidose, Myosthenie und auch Multiplisglerose zu allererst Stimm- und Schluckstörungen bekommen haben.
00:17:46: Schmerzhaftes Schlucken, Globusgefühle oder auch hier Stimmlippenprobleme im Bereich von Dysfonien.
00:17:55: Und das ist natürlich ganz wichtig, dass wir da sauber arbeiten damit man es eben ausschließen kann.
00:18:03: Und wenn es dann ausgeschlossen wird, dann sprechen wir von echten psychologienischen Stimmstörungen.
00:18:09: Dann muss natürlich auch eine Diagnose dahinter stehen.
00:18:13: also sowas kommt ja nicht von ungefähr.
00:18:15: Also niemand hat plötzlich einen Stimmverlust der keine organisch-neurogenische Neurogene Ursache hat.
00:18:28: Wie sieht so einer Psychogener dysphonie aus?
00:18:31: Wir haben es mit einer funktionen Stimmstellung zu tun bei der die Stimmen Die Stimme kann in manchen Situationen plötzlich hörbar sein im Gespräch, aber dann extrem gepresst, krechtsend hauchig klingen und schnell abreißen.
00:18:52: Es gibt ganz oft hyperfunktionelle Muster mit hoher Muskelspannung im Halsbereich oder auch hyperfunctionele Muster also auch Mischform bei dem die Stimmlippen völlig die Spannungen verlieren Stimmlippen nicht sich schließen können.
00:19:09: Bei der schlimmsten Form haben wir es mit Arphonie zu tun, sodass die Stimme gar nicht mehr produziert werden kann.
00:19:17: Ganz ganz wichtig ist hier die Differenzierung zwischen Arphonie und motistischen Verhalten.
00:19:24: wenn dann also auf der einen Seite die Stimme nicht produzierbar ist, auf der anderen Seite gar nicht die Kommunikation aufgenommen wird.
00:19:35: Ganz oft Und so habe ich es auch in meiner Praxis erlebt, können die Betroffenen nur noch über tonlose Flüsterstimme sich mitteilen.
00:19:46: Ganz wichtig – Die Stimmfunktion an sich ist eigentlich erhalten!
00:19:50: Das zeigt sich daran dass reflektorische Fundationsimpulse, Husten, Lachen und Rollsbarn weiterhin vollständig funktionstüchtig sind vor allem stimmhaft sind.
00:19:59: Beim Hustensstoß zeigt sich dann im Gegensatz zum bewussten Sprechversuch ein perfekter Stimmlippen Schluss.
00:20:07: Das beweist natürlich medizinisch, dass die Hardware und die Nervenbahnen intakt sind.
00:20:14: Neurobiologisch wissen wir heute auch durch funktionelle MRT-Studien was bei diesem Widerspruch im Gern passiert.
00:20:21: Es liegt eine veränderte Aktivität in den Arealen der prämotorischen Sprachbahnung dem Brogareal dem limbischen System vor.
00:20:29: es kommt zu einer unbewussten Top Down Helmung.
00:20:31: das Gehirn blockiert die motorische Ausführungen des Sprechens über den nervos Vargos Weil das System die Stimme als emotionalen Schutzmechanismus oder Rückzugsmechanismus nutzt, könnte man hier sagen, sagen wir es mal sehr bildlich um unaussprechliche Inhalte abzuwehren.
00:20:48: In der professionellen Praxis ist die grundlegende Art und Weise wie wir den Patienten begegnen der entscheidenden Schlüssel.
00:20:57: ein Satz wie dass es rein typisch ist sehr ungünstig.
00:21:01: Da es bei den Patienten das Gefühl auslöst, nicht ernst genommen zu werden oder sich das Ganze nur einzubilden, was ja nicht stimmt, psychosomatisch, psychogenes Bild, die Menschen sich nicht ein, dass ist existent wird aber ganz oft so geframed.
00:21:14: Professionelle Behandlerinnen sollten stattdessen validierend sein, ihre Stimme schützt sie gerade, es ist grad ein Muster, was sie nutzen, aber ihr Stimmapparat ist vollkommen in Ordnung und das ist ganz wichtig auch für euch, für die Therapie.
00:21:30: Denn wenn ein Mensch eine Dissoziation hat, dann ist diese Dissoziation ja ein Mechanismus.
00:21:35: Ein Schutzmechanismus der den Menschen oder denen das Bewusstsein macht um vor einer vermeintlichen Gefahr zu schützen.
00:21:46: Deswegen benötigen diese Menschen ja psychotherapeutische Begleitung.
00:21:51: Wenn es diese Begleitungen nicht gibt Dann gibt es auch niemanden der mit der Person daran arbeitet wie man Dinge ersetzt wie man etwas aufarbeitet.
00:22:00: Kontraproduktiv ist jetzt es einfach wegzuarbeiten und so offen, dass sich der Rest klärt.
00:22:05: Das geht nicht!
00:22:06: Wenn jemand eine Trauma-Volgestörung hat muss die Person lernen mit dieser Traumavollgestörung zu leben.
00:22:13: das aufzuarbeiten gibt es sehr viele verschiedene unterschiedliche Ansätze.
00:22:18: nicht die Aufgabe von stimmt therapeutischen Fachkräften.
00:22:22: was unsere Aufgabe dann ist wenn die Person in Behandlung ist ist der Person zu zeigen, dass die Stimme gerade nur ein Symptom einer primären Erkrankung ist und das sie trotzdem funktioniert.
00:22:36: Und dass wir der Person zeigen, daß das eine Dissoziation ist und ja aufzeigen, dass diese Stimme noch funktionstüchtig ist – und da die Wahrnehmung schulen!
00:22:46: Es ist nicht unsere Aufgabe etwas zu reorganisieren was psychotherapeutischer Art Arbeit letztendlich ist.
00:22:57: Was tun wir dann?
00:22:59: Also wenn wir dann geklärt haben, so das ist ein Teil der Dissoziation.
00:23:03: Das bearbeiten Sie mit der psychotherapeutischen Fachkraft.
00:23:06: Dann geht es darum dass wir versuchen die Stimme wieder hörbar zu machen, dass sie wieder genutzt werden kann.
00:23:16: Dort werden reflektorische Funktionen angewandt wie Husten und Reusbaffrowokation um die Stimmen freizuschalten.
00:23:26: Was ich auch gerne mache, ist dass sich die Patientin in Vertäube mit dem Lombardeffekt und sie dann Husten räuspern lassen und sie aufzeichnen so das Sie sich hören, sodass sie lernen wie Stimme funktioniert.
00:23:39: Ich arbeite ja auch sehr viel mit Körperarbeit, dass man einen Bezug wieder zum Körper bekommt seinen Körper wahrnimmt und spürt natürlich immer vorsichtig achtsam damit ich eben nicht noch andere traumatische Bereiche triggern kann.
00:23:56: Deswegen immer in Rücksprache, immer in den Grenzen der Person.
00:24:02: Beispielsweise dass wir dann aus einem Hustenstoß heraus arbeiten und das man sich aufzeichnet, sich anhört als Hustenfunktioniert.
00:24:10: Dann kommen wir außen rollst beim Außenhusten zu einer Stimmfunktion mit Silben, mit einsäbigen Worten.
00:24:18: Man kann hier natürlich auch wunderbare Arbeit mit Softstrategien machen, Strafonation, Tube-Fonation with LuxWox.
00:24:26: Mit Lippen-Triller um zu versuchen da das Erleben der Stimme anzuträgern.
00:24:33: So viel erst mal dazu also dass ihr so einen Eindruck bekommt worum geht es eigentlich bei der Psychogenis und Arphonie?
00:24:39: Weil die Stimme in sich ist ja enttackt!
00:24:40: Es geht nicht jetzt darum eine Atmung und Aufrichtung etc.
00:24:43: zu lernen.
00:24:44: Es geht darum der Person zu zeigen deine Stimme funktioniert und es ist nur ein Symptom einer Primärerkrankung.
00:24:53: Die Stimme ist halt keine isolierte Maschine, also bei aller Funktion hat immer etwas auch mit unserer Innenwelt zu tun.
00:25:04: Und sie ist ja auch das sensibelste Ausdrucksorgan unseres gesamten Systems.
00:25:08: Sie reagiert auf das was wir fühlen und sie trägt die Last auch dessen was wir verschweigen.
00:25:14: poetisch mal ausgedrückt Ich hoffe, diese dreiteilige Reihe hat dir etwas geholfen.
00:25:22: Die tiefen Zusammenhänge zwischen Nervensystem-Körper und Stimme besser zu verstehen und hat dir konkrete Sicherheiten für deine Alltag gegeben?
00:25:30: Es ist mir sehr wichtig, also diese Traumafolgestörung bis hin differenziert zu betrachten.
00:25:36: ich bin kein Psychotherapeut, ich behandle das nicht aber natürlich begegnende solche Menschen in meiner Therapie Und ich möchte die nach Optimal begleiten können Nur immer im Rahmen dessen, was ich leisten kann.
00:25:49: Und ich hoffe ihr habt auch gelernt, was ein Trauma ist und was eher Unterlebenskrise einzuordnen ist.
00:25:56: In den Folgen.
00:25:57: ab August geht es dann um andere Themen.
00:26:00: Wir verlassen die Schwerpunkte der Trauma-Folgen und widmen uns wieder ganz anderen Themen, und ich kann jetzt schon mal sagen es wird wieder ganz schön politisch denn das was in den letzten Tage und Wochen hier passiert, das geht mir ganz schön auf uns senkelt und es wird um einige Themen geben, die viele Kollegen in den Kliniken und in Praxen gerade ganz brennend begegnen und darüber werden wir sprechen.
00:26:22: So!
00:26:23: Jetzt aber erstmal für mich Urlaub vielleicht auch Achte auf dich, pass gut auf dich auf.
00:26:29: Bleib achtsam auch in deinen Grenzen und auch mit den Grenzen deiner Mitmenschen!
00:26:36: Ich hoffe wir hören uns ab August wieder hier bei Stimmkonto ungefiltert.
00:26:39: Böhnen Sommer euch bis dahin.
Neuer Kommentar