Stimmkontor: Ungefiltert

Therapie ist nie neutral.
Sie entscheidet über Teilhabe, Lebensqualität und Würde. Genau deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen, wie wir therapieren.

Ich bin Michael Helbing. In diesem Podcast spreche ich über Themen, die im Praxis- und Klinikalltag oft zu kurz kommen: von Therapiemethoden, neurologischen Störungsbildern über ME/CFS, Reflux und Demenz bis hin zur palliativen Versorgung.

Wir schauen uns an, was die Forschung sagt und was unsere Strukturen daraus machen. Zwischen GKV-Regularien, knappen Ressourcen und therapeutischer Realität entstehen Spannungsfelder, die direkte Auswirkungen auf Behandeln*innen und Patient*innen haben. Ich frage zuerst, ob etwas den Menschen hilft und danach, ob das System dafür Strukturen bereitstellt.

Deshalb geht es hier um:
• evidenzbasierte Inhalte ohne Esoterik
• menschenwürdige Versorgung statt Effizienzlogik
• therapeutische Verantwortung statt reiner Abrechnung

„Ungefiltert“ heißt nicht unfreundlich, sondern klar: Wir sprechen über das, was im System überhört wird. Ich verstehe mich hierbei als Advokat für Patient*innen und als Begleiter für Therapeut*innen, die eine andere Praxis etablieren wollen.

Jeden Dienstag neu. Wissenschaftlich fundiert, ethisch begründet und praktisch relevant. Damit du besser therapieren, besser begleiten und besser entscheiden kannst.

Stimmkontor: Ungefiltert

Neueste Episoden

Das vergessene Geschlecht

Das vergessene Geschlecht

18m 19s

„Frauen sind eben manchmal so“, mit diesem Satz wurde eine Patientin von mir trotz schwerster ME/CFS-Symptome nach Hause geschickt. Ein Einzelfall? Leider nein. In dieser Folge von Stimmkontor ungefiltert blicken wir tief in den sogenannten Gender Health Gap und decken eine systemische Schieflage auf, die Menschenleben gefährdet.

Wir räumen mit dem „Biologie-Wissen der 5. Klasse“ auf und sprechen über die harten Fakten: Warum die Natur eben nicht immer binär ist, warum es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt und warum medizinische Präzision ohne die Anerkennung von Sex und Gender unmöglich ist.

Ich nehme euch mit in eine medizinische Parallelwelt, erkläre...

Klassik vs. Populär: Ist ein Genre wirklich „gesünder“ für die Stimme?

Klassik vs. Populär: Ist ein Genre wirklich „gesünder“ für die Stimme?

19m 17s

Muss man erst Klassik lernen, um gesund populäre Stile zu singen?

In dieser Folge von Stimmkontor ungefiltert gehen wir einer der am heißesten diskutierten Fragen in der Gesangswelt auf den Grund: Ist klassischer Gesang per se gesünder als populäre Stile? Wir räumen mit dem Vorurteil auf, dass Distortion, Belting oder Hauchigkeit unweigerlich zu Stimmstörungen führen.
Ganz ehrlich? Das ist oft eine Frage der Ästhetik, nicht der Funktionalität. Ich sehe klassische Sänger*innen mit Stimmstörungen und Rock-Röhren, die seit 30 Jahren mit Distortion singen und kerngesunde Stimmlippen haben. Es zählt nicht das Genre, sondern das Wie.

Bleibt ungefiltert!

Fatigue - Wenn der Akku nicht mehr lädt

Fatigue - Wenn der Akku nicht mehr lädt

16m 53s

„Reiß dich mal zusammen“, „Schlaf halt mal aus“ oder „Wir sind doch alle mal müde“
Sätze, die für Menschen mit Fatigue wie eine verbale Ohrfeige wirken. In einer Gesellschaft, die Erschöpfung nur als Trophäe der Überarbeitung akzeptiert, bleibt für biologisch begründete Kraftlosigkeit oft kein Platz.

In dieser Folge von Stimmkontor ungefiltert bohrte ich tief: Was passiert eigentlich bei einer Fatigue auf Zellebene? Warum springt der Körper schon beim Zähneputzen in den „anaeroben Notbetrieb“? Und warum ist der Begriff selbst so problematisch für die gesellschaftliche Teilhabe?
Ein Plädoyer für Pacing, Würde und eine Therapie, die den Menschen nicht als defekte Maschine...

Unsichtbare Behinderungen

Unsichtbare Behinderungen

14m 5s

In dieser Folge von „Stimmkontor ungefiltert“ spreche ich über Barrieren, die im Alltag oft übersehen werden. Wir schauen hinter die Piktogramme auf Parkplätzen und in Toiletten und fragen uns: Warum fällt es unserer Gesellschaft so schwer, Einschränkungen anzuerkennen, die nicht auf den ersten Blick greifbar sind? Und warum wird selbst dann oft noch gezweifelt, wenn die Belastungsgrenze längst überschritten ist?

Ich nehme euch mit in meine ganz persönliche Perspektive: Als Therapeut, aber auch als Betroffener mit einem Grad der Behinderung von 50. Wir klären, warum „Inklusion“ viel zu oft nur die Aufforderung zur Anpassung bedeutet und warum wir stattdessen ein...